Fragen und Antworten: Peter Hacker im Gespräch

 

Den Vertrauenspersonen von FSG gemeinsam aktiv ist es ein Anliegen, mit Informationen aus erster Hand Gerüchten – und dadurch Sorgen, Ängsten und oft auch Unwahrheiten – entgegen zu treten. Aus diesem Grund haben wir Geschäftsführer Peter Hacker gebeten, zu aktuellen Themen Stellung zu nehmen.

gemeinsam aktiv: Derzeit werden in einigen Bereichen des FSW aktiv Einsparungen angestrebt. Einige KollegInnen befürchten, dass seitens der Stadt Wien auch eine Einsparung der Personalkosten gefordert wurde. Trifft das zu?

Peter Hacker: Dazu eine klare Antwort: Es gibt keinen derartigen Auftrag! Vielmehr sind wir jedoch aufgefordert, unsere Effizienz durch klare Strukturen für eine optimale Erledigung unserer Kernaufgabe zu steigern – die Finanzierung von sozialen Dienstleistungen, die durch Dritte erbracht werden. Das Finanzvolumen in diesen Bereich beträgt ca. 710 Millionen Euro (rund 93 % des Gesamtbudgets). Aus diesem Grund war es auch notwendig, Förderrichtlinien zu erstellen.

gemeinsam aktiv: Diese Förderrichtlinien finden nicht bei allen Zustimmung. Wozu dienen sie in erster Linie?

Peter Hacker: Klarerweise erfordert die Richtlinie von vielen MitarbeiterInnen ein Abgehen von alten Pfaden – und damit ein Umdenken. Das wird in einigen Fällen als Erschwernis wahrgenommen. Diese Veränderung war jedoch auch durch eine neue österreichische und europäische Gesetzeslage notwendig. Wenn wir nicht Förderrichtlinien entwickelt hätten, müssten wir weite Bereiche des Sozialwesens in Wien nach dem Bundesvergabegesetz ausschreiben, was den Betrieb weitaus stärker lähmen würde.
Es gibt daher viele Gründe, diese Förderrichtlinien umzusetzen. Unter anderem auch, damit die umsetzenden Organisationen nicht dem neoliberalen Wettbewerb – mit nachteiligen Folgen für KundInnen und MitarbeiterInnen – ausgesetzt werden. Mit den Förderrichtlinien setzen wir die klare Position der Stadtpolitik um, den Sozialbereich nicht dem freien Wettbewerb zu überlassen.

gemeinsam aktiv: Welche Bereiche haben mit weiteren Veränderungen zu rechnen?

Peter Hacker: Es gilt, sowohl in Einzelfallentscheidungen Qualitätsstandards zu sichern (Welcher Bürger erhält welche Leistungen für welches Bedürfnis in welcher Höhe?), als auch in den Kernbereichen (wie Hauskrankenpflege oder wieder wohnen) soziale Dienstleistungen zu erbringen bzw. fortzuführen. Ein großer Teil der notwendigen Veränderungen wurden schon im Laufe der letzten beide Jahren umgesetzt. Da nur wenige MitarbeiterInnen im großen Feld der Förderrichtlinien beschäftigt sind, war dieser Erfolg jedoch nicht für alle wahrnehmbar. Zum Beispiel wurden Buchhaltung- und Kostenrechnungsprozesse völlig neu überdacht. Dadurch ist das Budget berechenbarer geworden, sodass z.B. im letzen Jahr keine Nachdotierung notwendig war.

gemeinsam aktiv: An dieser Leistung sind sicher viele KollegInnen beteiligt.

Peter Hacker: Ja, es ist eine großartige Leistung der Teams in den Fachbereichen und Stabsstellen. JedeR MitarbeiterIn, die Rechnungen der richtigen Kostenstelle zugeordnet und verbucht haben, sind an diesem Erfolg beteiligt. Durch dieses Ergebnis war es auch möglich, eine Prämie für sämtliche MitarbeiterInnen auszuzahlen.

gemeinsam aktiv: Die Geschäftsführung arbeitet derzeit mit dem Betriebsrat an einer neuen Betriebsvereinbarung. In diesem Zusammenhang soll auch ein Gehaltsschema für den FSW entstehen. In Zukunft könnte es also bei manchen Dienstposten zu einer höheren oder niedrigen Entlohnung kommen. Gibt es für derzeitige Privatangestellte eine Optierungsmöglichkeit ins neue Schema bzw. wird es bei einer allfällig zukünftig geplanter niedrigeren Einstufung – gemäß einem aktuellen Gerücht – zu Änderungskündigungen kommen?

Peter Hacker: Geschäftsführung und Betriebsrat arbeiten seit längerer Zeit sehr intensiv – und wie ich meine, auch mit guten Zwischenergebnissen – an einer neuen Betriebsvereinbarung. Dabei ist es uns auch wichtig, transparente Regelungen für Gehalt und Entlohnung unter der Prämisse „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ zu erarbeiten.
Die Frage der Optionsmöglichkeit gilt es natürlich auch im Projektteam – gemeinsam mit dem Betriebsrat – zu erörtert. Zum jetzigen Zeitpunkt genauere Auskünfte zu geben, ist nicht möglich und wäre auch unseriös. Änderungskündigungen sind weder das Ziel, noch überhaupt ein Thema. Aber selbstverständlich gehe ich davon aus, dass wir eine neue Betriebsvereinbarung mit dem Ziel verhandeln, dass die dort niedergeschriebenen Regelungen für den gesamten Betrieb Gültigkeit haben.
Auf jeden Fall werden die MitarbeiterInnen über Informationsveranstaltungen über das neue Schema informiert. Dort wird es auch möglich sein, Anliegen und Bedenken einzubringen.
Wir streben jedenfalls ein Schema an, dass sowohl an die Notwendigkeiten unseres Dienstleistungsbetriebes, als auch an die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen des FSW angepasst ist.

gemeinsam aktiv: Themenwechsel: Manche Bedienstetengruppen warten schon seit MA47-Zeiten auf die Einlösung eines Versprechens auf Verbesserungen. Wann wird es z.B. zu den versprochenen Postenaufwertungen im Administrationsbereich der GSZs kommen?

Peter Hacker: Wie versprochen, habe ich mit der Magistratsdirektion bereits Gespräche für etliche Postenbewertungen geführt. Einige Wünsche wurden auch bereits realisiert. Es ist so, dass wir für jene Bewertung der Dienstposten, bei denen Magistratsbedienstete betroffen sind, weiterhin die Zustimmung der Magistratsdirektion benötigen. Wir haben ein Prozedere über die Vorgangsweise festgelegt, das wir inzwischen in etlichen Fällen auch schon problemlos und erfolgreich angewandt haben. Zu Zeit arbeiten wir an einem System, das Vorrückungen erleichtern und die Rahmenbedingungen für die Betroffenen klarer machen soll. An Hand von nachvollziehbaren Kriterien (z.B.: Zeitraum der Innehabung der Position, Dienstbeurteilungen, Abwesenheiten) sollen dann in Zukunft Vorrückungen effizienter abgehandelt werden können.

gemeinsam aktiv: Noch immer gibt es in der Guglgasse keine adäquate Zugangsmöglichkeit für RollstuhlfahrerInnen und gehbehinderte Personen durch selbsttätig öffnende Türen. Wann wird dieser – für den FSW eher peinliche – Missstand beseitigt?

Peter Hacker: Das Facility Management arbeitet bereits seit längerem an einer Verbesserung dieser Situation. Die Wünsche der betroffenen MitarbeiterInnen kann ich gut verstehen und teile sie auch. Durch den Wechsel unseres Hausbesitzers ist leider eine Verzögerung in der Umsetzung eingetreten. Aber wie ich höre, sind wir bereits auf einem guten Weg.

gemeinsam aktiv: Danke für das Interview.

 

Anmerkung der Redaktion:

Zur Frage neues Entgeltsystem wird es Anfang Juni Informationsveranstaltungen der Projektgruppe Entgeltsystem geben. Dabei werden die Fragen
* Wie funktioniert das neue System?
* Für wen gilt das neue System?
und
* Wo/wie werde ich eingereiht?

behandelt.

 

Die Positionen von FSG gemeinsam aktiv zur Betriebsvereinbarung

* Arbeitsbedingungen zukunftsorientiert gestalten!
* Transparente Verhandlungen über die Betriebsvereinbarung!
* Arbeitszeit an die Bedürfnisse der KollegInnen anpassen!

* Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
* Durchlässigkeit im neuen Einreihungschema!
* Optierungsmöglichkeit ins neue System für alle!
* Änderungskündigungen fix ausschließen!