Sichtschutzfolien mit Sehschlitz:
„Ich seh, ich seh, was Du nicht siehst!“

Der Arbeitstalltag und das Arbeitsleben im FSW sind wieder um eine Facette reicher: Sichtschutzfolien mit Sehschlitz. Und diese lösen in der KollegInnenschaft eine ganze Reihe von Assoziationen aus. Gar nicht erstaunlich gehören diese zumeist zur weniger angenehmen Kategorie!

Guglgasse ...

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir von der Verrechnung städtischer Pflegeheime noch im „guten alten Lainz“ unseren Dienst verrichteten.
An einem trüben Herbsttag im E-Gebäude am Wienerwald – die Menschheit schrieb das Jahr 2004 – saßen einige unserer KollegInnen und meine Wenigkeit einmal zu Mittag in der Teeküche und nahmen demütig unser täglich Mahl ein.
Wohl schon organisatorisch in den FSW eingegliedert, war für uns – sicher nicht zuletzt aufgrund der örtlichen Entfernung zur Guglgasse – dieses neue Konstrukt „Fonds Soziales Wien“ noch etwas Unbekanntes, teilweise Rätselhaftes, für so MancheN von uns – warum auch immer – geradezu etwas Unheimliches ...
Umso größer war aber die Freude, als eine freiwillige Abordnung unserer Abteilung bereits zu diesem Zeitpunkt die Ehre hatte, unsere künftigen Büroräume in der Guglgasse schon vorab besichtigen zu dürfen, wobei ich selbst hier nicht dazu gehörte. Wer eine Reise tut, hat was zu erzählen.

... und Geschichten

Und WAS da alles teilweise so erzählt wurde: „Es war echt super dort! Total moderne Büros mit riesengroßen Fenstern und sogar einer Klimaanlage.“ Der Hammer schlechthin!
„Die Eingangstüren zu den Büros sind zwar praktisch ganz aus Glas, damit wirklich auch einE JedeR genau reinschauen kann, aber das macht ja nix! Dort kommen nämlich irgendwann eh spezielle Kunststofffolien drauf!“
Und dann ... „Dann werden wir von den Büros quasi-fast-genau-so-supertoll hinaussehen können, als wenn keine ‚Magic-Folie’ drauf wäre, aber von außen wird man so gut wie nix reinsehen! – Echt voll genial die Idee, gell?!“
Als ich das alles hörte, dachte ich mir eigentlich nur: Klingt wirklich wunderschön. Aber ganz normale klassische Holztüren, weiß furniert, wären möglicherweise eine ganz kleine Spur billiger gewesen ...
Im Dezember 2004 begann für uns die große Übersiedlungsphase vom fernen Hietzing in die zentrale Guglgasse. Liegt ja übrigens auch direkt an der Bezirksgrenze zum ebenso zentralen Simmering. Als ich Anfang Jänner 2005 das neue Büro, in dem ich ab sofort Losverrechnen durfte (Hurra! Und Action!) betrat, fiel mir gleich auf, dass so ziemlich alle Bürotüren unserer Abteilung zumindest in Sichthöhe mit Postern (Motivseite natürlich nach innen) o.ä. abgedeckt waren, um dem Ausgesetzt-Sein einer direkten Beobachtung (frei nach dem Motto: „Bitte nicht füttern!“), durch wen auch immer, von vorn herein entgegenzusteuern.
War ja menschlich auch verständlich, da noch keinerlei Sichtschutzfolien drauf waren. Nun gut, wir bekamen zwar noch im Jahr 2005 (!) für unsere Bürotüren erstmals auch Schlösser und sogar passende Schlüssel – mensch glaubt es kaum, aber die Sichtschutzfolien ließen halt noch auf sich warten. Kann ja auch nicht alles so schnell gehen ...
Doch auch dieser Tag ward gekommen; irgendwann Mitte Februar 2006. Der Tag, an dem die Sonne anders (hinein) schien. Der Tag der Sichtschutzfolien-Plakatierung. Es war der Tag X. Ab dem siehst nämlich (so gut wie) nix! Und zwar auch nicht hinaus.
Mich erinnert dieser Sehschlitz (offizielle Bezeichnung übrigens: „Sichtstreifen aus Sicherheitsgründen“) jedenfalls unweigerlich an den üblichen Beginn einer „Tatort“-Folge im TV, falls Ihr wisst, was ich meine (Die Augen hinter dem Sehschlitz, was sonst!).
So don’t forget: Big Brother is able to watch you!

Sowohl hinaus als auch hinein.
Ei potz! Wie trüb mag so ein Folierl sein!
Doch weit gefehlt, das ist kein Witz.
Schau hin genau, da ist ein Schlitz!
Von innen spiegelt Sonne Dir entgegen.
Von Außen äugelt jedeR Dir ins Leben.
Du darfst die Tür auch nicht bepostern.
Weder zu Weihnachten, noch zu Ostern.
Die Tür’ ist einheitlich & heilig, vergiss das nie!
Eh kloa: Corporate Identity!