Die Behindertenhilfe stellt sich vor:
Wos mochen den de übahaupt?

 

Der FSW koordiniert die Behindertenhilfe in Wien. Hier gibt es eine ganze Reihe von Leistungen, welche behinderte Menschen im FSW beantragen können. Wie ist der Arbeitsalltag der zuständigen KollegInnen?

Haupttätigkeiten

Unsere Hauptaufgabe ist die telefonische, schriftliche und persönliche Beratung der KlientInnen, (das mache ich am Liebsten) sowie die Kontrolle der Anträge, ob alle erforderlichen Dokumente, wie z.B. Geburtsurkunde, StaatsbürgerInnenschaftsnachweis, Meldezettel usw. dabei sind.
Danach kommt es zur Weiterleitung der Anträge an das Begutachtungsteam. Bei manchen Anträgen wie solchen für den Zuschuss für GebärdendolmetscherInnen ist es aber nicht erforderlich, diese Abteilung zu kontaktieren.
Die Abteilung Begutachtung prüft, ob die beantragte Maßnahme für die KlientInnen auch geeignet ist. Erst nach der Begutachtung können wir weiter tätig werden. Wir haben dann z.B. die Aufgabe, eine Bewilligung für Beschäftigungstherapie oder Wohnheimunterbringung auszustellen.
Auch die Bewilligung von Zuschüssen für diverse Hilfsmittel (EDV-Ausstattung für Sehbehinderte, Badezimmerumbau für RollstuhlfahrerInnen, Blindenhunde usw.) fallen in unseren Aufgabenbereich.
Für die Anträge des Regelfahrtendienstes, d.h. wenn ein behinderter Mensch vom Wohnort zur Beschäftigungstherapie geführt werden muss, sind wir auch zuständig.
Unsere KlientInnen kriegen dass alles aber nicht umsonst; daher müssen wir – natürlich nur wenn Einkommen oder Pflegegeld bezogen werden – auch einen Kostenbeitrag vorschreiben. Auch die Angehörigen von Minderjährigen, welche eine Beschäftigungstherapie oder eine Wohnheimunterbringung brauchen, müssen einen Angehörigenkostenbeitrag, der auf Grund ihres Einkommens berechnet wird, leisten.

Verwaltung

Wir haben auch die Betreuung des Mahnwesens über: Wenn die KlientInnen ihren vorgeschriebenen Beitrag nicht zahlen, werden sie gemahnt.
Nicht zu vergessen ist auch die Rückerstattung der Kostenbeiträge; z.B. wird bei Wohnunterbringung oder Beschäftigungstherapie der Kostenbeitrag auf Antrag für die Zeit des Urlaubs zurückgezahlt.
Die Akte der KlientInnen bleiben meist jahrelang im Referat anhängig, da wir diesen Personen vom Kleinkindalter bis zum Ende der Arbeitsfähigkeit und manchmal auch länger Hilfsmittel, Wohnheimunterbringung und Beschäftigungstherapien gewähren.
Ich für meine Person kann nur sagen, dass ich sehr gerne hier arbeite. Am meisten Spaß macht mir der persönliche Kontakt mit unseren KlientInnen. Wir bekommen sehr viel von ihnen zurück und das gibt mir, um mich salopp auszudrücken, einfach Berge. Ich habe zwar schon viel Leid mitbekommen, aber die meisten Betroffenen haben einen unvorstellbaren Lebensmut und wollen genauso behandelt werden wie nicht Behinderte.

Behinderung?

Wann ist ein Mensch wirklich behindert? Sehr oft ja nur deswegen, weil er/sie nicht der Norm entspricht. Wer stellt diese Normen auf? Wir, die Gesunden, die Wirtschaft?
Die meisten wollen kein Mitleid; sie wollen nur die Möglichkeit, sich im Alltagsleben zu bewähren. Wenn möglich alleine, oder mit Hilfe der ihnen vom Gesetz her zustehenden Mittel, um auch ihren Teil für die Gesellschaft beizutragen.
Behinderung ruft nicht nach Mitleid – Behinderte brauchen nicht Überbetreuung und schon gar nicht fürsorgliche Bevormundung.
Was ihnen Not tut, ist partnerInnenschaftliche Anerkennung als vollwertige Menschen, Motivation zur Selbständigkeit und Hilfe (nur) dort, wo sie es wünschen. Behindert ist man/frau nicht, behindert wird man/frau. Wir alle sollten eines nicht vergessen: Es kann jedeN treffen!

Fakten

Das Referat Behindertenhilfe befindet sich im Erdgeschoss der Guglasse. Beschäftigt sind: 1 Leiter, 1 stellvertretende Leiterin, 13 ReferentInnen und 3 Administrationskräfte.