Wahlmöglichkeit erhalten!

Flexible Arbeitszeit

Ein in die Betriebsversammlung eingebrachter Vorschlag von Teilen des Verhandlungsteams des Betriebsrates zur Verringerung der Anzahl von Plusstunden, die ins nächste Monat mitgenommen werden können, von 80 auf 20-25 Stunden stieß bei der Betriebsversammlung auf geteilte Meinungen. Grund dafür ist, dass dadurch im Vergleich zur gültigen Betriebsvereinbarung die individuelle Wahlmöglichkeit massiv eingeschränkt werden würde. Wir treten daher dafür ein, dass die KollegInnen nach wie vor selbst die Entscheidung darüber haben müssen, ob sie ihre Überstunden ausbezahlt haben wollen oder aber Mehrstunden ansammeln, so dass sie dann ganze Tage oder auch Wochen als Freizeit konsumieren können, was mit 20 Stunden nicht mehr möglich wäre.
Wenn nur mehr 20 Stunden angesammelt werden können und alles, was darüber liegt, automatisch ausbezahlt wird, wird das in großen Teilen des FSW zur Erhöhung der Jahresarbeitszeit führen. Und das bei ohnedies bereits überdurchschnittlich hohen Arbeitszeiten. Derzeit nämlich können 80 Plusstunden irgendwann in Freizeit ausgeglichen werden. Wenn sie immer ausgezahlt werden, steigt dadurch die Stundenbelastung und auch finanziell wird es keine großen Vorteile geben, da große Teile des dadurch erzielten zusätzlichen Einkommens von der Steuer wieder aufgefressen würden.

Fixe Arbeitszeit

Viele KollegInnen sind derzeit im Modell der fixen Arbeitszeit. Der Umstieg auf die flexible Arbeitszeit darf hier nur freiwillig erfolgen. In diesem Zusammenhang wurde auch ins Treffen geführt, dass derzeit die Auszahlung bzw. Mitnahme von Überstunden sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Oft würde die Betriebsvereinbarung nicht eingehalten. Das aber kann kein Argument für Veränderungen sein. Wenn sich jemand nicht an dieses Recht hält, warum sollte dann ein verändertes Recht eingehalten werden?

Wahlmöglichkeit

Wir treten daher dafür ein, dass 1. das gültige Recht der Betriebsvereinbarung durchgesetzt werden muss und 2. eine möglichst große individuelle Entscheidungsfreiheit der KollegInnen bestehen muss, ob sie ihre Über- bzw. Plusstunden ausbezahlt haben oder aber in Freizeit konsumieren wollen.
Ein weiteres Problem mit dem Vorschlag der Reduzierung der mitnehmbaren Stunden besteht darin, dass es derzeit für ca. 300 KollegInnen gültiges Recht ist - nämlich für alle, für die die aktuelle Betriebsvereinbarung gilt. Für viele wäre eine Reduzierung dieser Anzahl eine Verschlechterung, die sie nicht akzeptieren müssten. Eine neue Betriebsvereinbarung kann nämlich wesentliche Teile einer alten Betriebsvereinbarung - und die Arbeitszeit zählt dazu - nicht automatisch für alle verschlechtern. Dies ist nur dann möglich, wenn die Beschäftigen dem freiwillig zustimmen. Wer aber wird einer Verschlechterung schon freiwillig zustimmen?