Blitzlichter zum aktuellen Rechnungshof-Rohbericht:
Vergangenheitsbewältigung?

 

In den letzten Tagen schrieben auflagenstarke Tageszeitungen über den Rechnungshof-Rohbericht Folgendes:
"Hart ins Gericht geht der Rechnungshof mit dem Bereich Soziales und Behinderte im Wiener Rathaus. ... Den kontrollierenden Beamten stach zunächst einmal die ungewöhnlich hohe Fluktuation in der seinerzeitigen MA 12 ins Auge. Der Rechnungshof ortete schwere Mobbingattacken, vor allem bei Mitarbeitern, die Missstände kritisiert hatten. Folge: 70 bis 80 Leute mussten die MA 12 verlassen."
"Was der Rechnungshof kritisiert: Mobbing im Magistrat, ein Finanz- und Personalmanagement, das nicht den Anforderungen entsprach, Kontrollen, die auf interne Anordnung wieder eingestellt wurden, ..."
"'Ziele verfehlt, Strukturschwächen geblieben, unzureichendes Finanz- und Personalmanagement', so lautet das wenig schmeichelhafte Urteil der Prüfer des Rechnungshofes in einem Bericht über die Tätigkeit des Sozialamtes der Stadt Wien in den Jahren 2002 und 2003."
Bereits im Februar 2002 wurde in einem Flugblatt an unsere KollegInnen Folgendes festgehalten:
"Da die anstehenden Probleme mit der Abteilungsleitung der MA 12 nicht mehr zu lösen waren und wir auf unsere Fragen keine - oder nur unbrauchbare Antworten erhielten, erfolgte der für viele KollegInnen längst fällige Schritt, diese ausweglose Situation dem Herrn Magistratsdirektor mitzuteilen.
Schon allein die Tatsache, dass es bereits mehr als 50 (!!!) Versetzungen gegeben hat, und noch viele Versetzungswünsche vorliegen, rechtfertigen aus unserer Sicht diesen Schritt.
... Die weithin bekannten Probleme in unserer Abteilung auf dem Rücken unserer KollegInnen - als 'Streitereien zwischen PersonalvertreterInnen und Abteilungsleitung' herunterzuspielen ist grob fahrlässig und wirklichkeitsfremd."
Wenn ich bereits 2002 im "Netz" festgehalten habe: "Die Wahrheit muss erträglich sein, daher sehe ich allfälligen Drohungen, Einschüchterungsversuchen oder Klagen gelassen entgegen.", so hoffe ich nun, dass diese Missstände der Vergangenheit im Sinne der KollegInnen aufgearbeitet werden. Wir werden auch diese Anliegen weiter im Auge behalten.
Um in Zukunft solche Situationen besser meistern zu können, und menschliches Leid wie auch volkswirtschaftlichen Schaden zu minimieren, streben wir im Rahmen einer Betriebsvereinbarung im FSW auch präventive Regelungen über den Themenbereich Mobbing an.

Zukunftsperspektive: Mobbingvereinbarung

Als BetriebsrätInnen wollen wir eine
* eine Betriebsvereinbarung für partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz
* ein menschenwürdiges Arbeitsumfeld
* Informieren und Aufklären (z. B. Anti-Mobbing-Kampagnen)
Mit diesen Maßnahmen könnten sowohl Angst und Misstrauen reduziert, als auch das Arbeitsklima verbessert werden